kashmir: green valley of kashmir

das kaschmir erstreckt sich über eine fläche von 15.948 km und knapp 7 millionen menschen leben dort. die bewohner des tals zählen sich zu den kaschmiris und sind nach einer volkszählung von 2011 zu 97% muslime. die hauptsprachen sind urdu, welche amtssprache ist, und kaschmiri. die restlichen 3% sind sikhs und hindus.

das kashmirtal ist ein ferienparadies, welches indische sowie westliche und ostasiatische tourisen anzieht. im winter wird ski gelaufen, im frühling auf ponys durch die grünenden wiesen und täler geritten, im sommer die berge bestiegen und in der hauptstadt sri nagar ein hausboot auf dem dal-see gemietet. die fahrt führt zwischen apfelbaumgärten und walnussbäumen und allerhand kiefern und fichten hindurch. die gipfel leuchten weiß und kantig, flüsse plätschern, das gras scheint so viel grüner als anders wo. heiß begehrter safran wird auf feldern geerntet. bei all der wunderschönen landschaft scheint ein jeder zu vergessen, was hinter dieser lieblichen und friedvollen kulisse statt findet. wenn einem doch nicht ständig die uniformierten soldaten mit ihren schweren gewehren in die augen stechen würden. keine straße gibt es, wo sie nicht auflauern.

seit jahrzehnten ist das kaschmirtal in kaschmir ein ort des konflikts. pakistan und indien beanspruchen diese region in den bergen des himalaya für sich.  in den letzten siebzig jahren, seit der teilung 1947 in die besagten zwei staaten, kam es immer wieder zu bewaffneten auseinandersetzungen bis hin zu kriegen zwischen den beiden atommächten. das grüne kashmirtal ist erfüllt von politischen aufbegehren und unruhen gegen die von vielen kashmiris benannte besatzungsmacht indien. es wird für unabhängigkeit oder eine anschließung an pakistan demonstriert und gekämpft. bomben von pakistanischen terroristen und kaschimiri rebellen explodieren hin und wieder. es wurde ein sondereinsatzkommando zur aufstandbekämpfung gegründet. die indische armee, die hier von der indischen regierung als peacekeepers bezeichnet wird, ist omnipräsent. phasenweise fungierten diese als vom staat indien als eingesetzte politische befehlshaber da das parlament von jammu und kaschmir aufgelöst war, keine gewählten volksvertreter existierten ebenso wenig wie demokratische institutionen. militär und sicherheitskräfte  nehmen menschen (zum teil grundlos) fest, klagen sie für etwas an, was sie nicht begangen haben, werden gefoltert, ohne verhandlung, ohne standfeste beweismittel verurteilt, ermordet. für ihre angehörigen sind die betroffenen personen spurlos verschwunden. laut amnesty international sind seit 1990 zwischen 700 und 800 menschen verschwunden und alleine in den jahren 1989 bis 1996 sind 700 menschen bei folterungen oder durch deren folgen ums leben gekommen. ebenso berichtet amnesty international von sexueller belästigung und vergewaltigungen, die scheinbar als “aufstandbekämpfungsmittel” eingesetzt wurden. seit dem jahr 1989 sollen in diesem konflikt, der von zeit zu zeit sich zu kriegen aufbauscht, mehr als 68.000 menschen umgekommen sein. mehrere hundertausend soldaten sind derzeitig wieder in kashmir stationiert, schusswechsel und andere gewalttätige zwischenfälle sind derzeit wieder zum alltag geworden. auch wenn die zahlen recht alt sind, bedeutet dies nicht, dass die genannten menschenrechtsverletzungen nicht mehr statt finden.

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